Wie viel Förderung erhalte ich beim Einbau einer Wärmepumpe?
Über die KfW-Förderung (Programm 458) sind bis zu 70 % Förderung der förderfähigen Gesamtkosten möglich. Diese setzen sich zusammen aus 30 % Grundförderung, 20 % Geschwindigkeitsbonus für den frühzeitigen Austausch alter fossiler Heizungen und 30 % einkommensabhängigem Bonus (unter 40.000 € zu versteuerndes Haushaltseinkommen). Der Gesamtfördersatz ist auf maximal 70 % (max. 21.000 € Zuschuss) gedeckelt.
Mit welchen Gesamtkosten muss ich inklusive Einbau rechnen?
Für eine typische Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus liegen die Komplettkosten vor Abzug von Förderungen meist zwischen 25.000 € und 35.000 €. Mit maximaler 70 % Förderung reduziert sich der Eigenanteil auf ca. 9.000 € bis 10.500 €. Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme) liegen inklusive Erdbohrungen meist zwischen 35.000 € und 50.000 €.
Funktioniert eine Wärmepumpe auch im unsanierten Altbau ohne Fußbodenheizung?
Ja. Moderne Wärmepumpen (besonders Modelle mit natürlichem Kältemittel R290/Propan) erreichen problemlos Vorlauftemperaturen von 55 °C bis 65 °C. Oft reicht es aus, lediglich einzelne zu kleine Heizkörper gegen moderne Niedertemperatur-Heizkörper auszutauschen.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr?
Der Verbrauch hängt vom Wärmebedarf und der Jahresarbeitszahl (JAZ) ab (Stromverbrauch = Wärmebedarf / JAZ). Ein teilsanierter Altbau benötigt bei 20.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,5 etwa 5.700 kWh Strom pro Jahr. Ein Neubau benötigt ca. 2.200 kWh Strom.
Wie laut ist das Außengerät und wie viel Abstand brauche ich zum Nachbarn?
Moderne Außengeräte erzeugen im Regelbetrieb ca. 35 bis 45 dB(A) in 3 Metern Entfernung. Im Nachtmodus sinkt die Lautstärke auf ca. 30 dB(A). In Wohngebieten müssen nachts maximal 35 dB(A) am Fenster des Nachbarn eingehalten werden – ein Mindestabstand von 3 Metern zur Grundstücksgrenze wird empfohlen.
Welche Hersteller und Marken gelten als führend?
Zu den führenden Herstellern gehören etablierte Marken wie Viessmann, Vaillant, Bosch (Buderus/Junkers), Stiebel Eltron und Wolf sowie Spezialisten wie Daikin, Panasonic, Mitsubishi Electric oder Lambda.
Lohnt sich eine Wärmepumpe zusammen mit einer PV-Anlage?
Absolut. Über eine intelligente Steuerung nutzt die Wärmepumpe gezielt Ihren kostenlosen Eigenstrom für Heizung und Warmwasser. Das kann die laufenden Betriebskosten um 20 % bis 40 % senken.
Was bedeutet Jahresarbeitszahl (JAZ) und wann ist eine Wärmepumpe effizient?
Die JAZ gibt an, wie viele Einheiten Wärme die Wärmepumpe pro eingesetzter Einheit Strom im ganzen Jahr erzeugt. Ein Wert von 3,5 bis 4,0 gilt im Bestand als gut, Werte über 4,5 werden vor allem im Neubau oder mit Erdwärme erreicht.
Was ist der Unterschied zwischen Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen?
Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Außenluft als Wärmequelle; sie sind günstiger und einfacher zu installieren. Sole-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Erdwärme über Bohrungen oder Kollektoren, sind noch effizienter und konstanter, aber in der Anschaffung teurer und genehmigungspflichtig.
Bin ich verpflichtet, bei einem Heizungstausch eine Wärmepumpe einzubauen?
Nein, eine reine „Wärmepumpen-Pflicht“ gibt es nicht. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt lediglich vor, dass neue Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Die Wärmepumpe ist hierfür der einfachste und gängigste Weg. Bestehende funktionierende Heizungen dürfen weiterbetrieben und repariert werden.

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